Nierenfistel
Aus eigener Erfahrung

Jauchzet - Frohlocket

20 Dez

Autor: reginakuehl - Kategorie: Allgemeines

Wenn man am 21. Dezember in die Urologie einrücken muss, um seinen Stent termingerecht wechseln zu lassen, ist das allenfalls so lustig wie eine Wasserstandsmeldung der Elbe von 9,50 m. Krankenhaus an sich ist schon unangenehm, aber zu Weihnachten ganz sicher doppeld blöd. Doch das Wissen, dass mir dieses Teil eine Nierenfistel erspart, läßt meinen ab und an hochkochenden Unmut wieder in Vernunft kippen.Ich ertrage dann alles mit der notwendigen Bereitschaft. Außerdem ist das Team der Urologen in Pirna absolut super drauf und sie verstehen ihr Handwerk bestens.Sie suggerieren uns Patienten immer eine gewisse Anteilnahme an unserem Leid, sind dabei freundlich, nett und immer aufgeschlossen unseren Problemen gegenüber.Dabei müssen diese Ärzte jeden Tag in`s Krankenhaus - das muss man sich mal vorstellen!!Also werde ich wegen dieser 1  1/2 Tage keine Welle machen und füge mich in mein Schicksal. AAAAber——wenn Weihnachten ist kommt nicht nur der heilige Christ zu uns, sondern auch die eine oder andere  kleine Depression. Es menschelt ja in diesen Tagen von früh bis spät in die Nacht, dass ich  mitunter schon etwas aggressive Stimmungen aufbaue, die natürlich nicht gut sind. Ganz extrem finde ich es wenn so gut gemeinte Aktionen durchgezogen werden, die von den kirchlichen Einrichtungen, gerade zu Weihnachten, vielerorts zu erleben sind.Auch in den Krankenhäusern.Ich mußte das schon einmal über mich ergehen lassen.Unter dem Motto:”Kinder es gibt ganz viel Elend auf der Welt -  Geschenke zum Fest sind nicht alles, gehen wir kranke Mitmenschen gucken und machen sie froh.Sicher werden sie sich ganz doll freuen. Achtung Das ist jetzt nur meine ganz persönliche Meinung, also nicht relevant! Es ist durchaus möglich, dass alle anderen Patienten es toll finden, wenn der kirchliche Timur mit seinem Trupp aufläuft und auf dem Gang der Station, bei sämtlich aufgeschobenen Schiebetüren der einzelnen Zimmer, das einstudierte Programm absingt.

Der dabei ermöglichte  Einblick in die Betten des gegenüberliegenden Zimmers ist gratis  und immer wieder gewöhungsbedürftig, das kann man mir glauben

Genug geunkt und wieder zum Thema Stentwechsel - wichtig ist das Ergebnis dieser Aktion und dass alles ohne Komplikationen verläuft. Ich werde das mit dem notwendigen Quäntchen Würde ertragen.Ob es der Krebs, die Nierenfistel,die Glatze , die Schlaganfälle oder eben das doofe timing mit dem Krankenhausaufenthalt kurz vor Weihnachten ist,man lernt damit umzugehen. Alles eine Frage der Zeit.

Und damit - frei nach L. Tränker  ” der Berg ruft”, begebe ich mich morgen nach Pirna auf den Berg mit dem Krankenhaus drauf , lasse alle Mitarbeiter der Station 2, die mit mir zu tun haben, ihres Amtes walten und habe wie immer volles Vertrauen. Allen Besuchern meiner Seite wünsche ich eine fröhliche Weihnacht und Gesundheit. Eine richtige fette, stabile Gesundheit, weil das  ganz wichtig ist. Ich weiß wovon ich rede. Also - bis demnächst!

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